Winkelstücke übertragen die Rotation eines zahnärztlichen Antriebsmotors auf die Arbeitsansätze wie zum Beispiel Diamantbohrer. Der Name kommt daher, dass das Arbeitsteil mit dem eingespannten Instrument (z. B. Schleifer, Bohrer) nahezu im rechten Winkel zum Schaft abgeknickt ist.

Winkelstücke gibt es in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten, beispielsweise mit und ohne Beleuchtung, aus Titan oder Stahl oder Aluminium.

Im Winkelstück befinden sich Getriebe, die für eine Über- oder auch Untersetzung des Antriebes sorgen. Dadurch haben Winkelstücke je nach Einsatzgebiet sehr niedrige  (10-1.000 U/min), mittlere (2.000-40.000 U/min) oder hohe (40.000-150.000 U/min) Arbeitsgeschwindigkeiten.

Die Winkelstücke unterscheiden sich durch ihre unterschiedlichen Getriebearten. Zur Unterscheidung sind die Winkelstücke bei fast allen Herstellern durch Farbringe kodiert.

>> Getriebe 1:1 (blauer Ring)

Diese Winkelstücke geben die Geschwindigkeit des Antriebs direkt an das Instrument weiter. Je nach Antrieb sind Geschwindigkeiten bis zu 40.000 U/min möglich.

>> Getriebe 2:1 (grüner Ring)

Grüne Winkelstücke haben ein Getriebe mit Untersetzung. Sie reduzieren die Antriebsgeschwindigkeit um die Hälfte, wodurch ein höheres Drehmoment zur Verfügung steht. Gleichzeitig resultiert bei geringerer Geschwindigkeit eine geringere Wärmeentwicklung am Zahn. Üblich sind Arbeitsgeschwindigkeiten bis zu 20.000 U/min.

>> Getriebe 1:5 (roter Ring)

Rotringwinkelstücke werden auch Schnelläufer genannt, weil durch die Getriebeübersetzung Umdrehungszahlen von bis zu 120.000 U/min erreicht werden können. Durch die Wärmeentwicklung muss auf ausreichende Kühlung geachtet werden.

 

Beispiele

Zwei Bilder gängiger Winkelstücke:

blaues Winkelstück
Bild eines Winkelstücks mit blauem Ring (Getriebe 1:1)
rotes Winkelstück
Bild eines Winkelstücks mit rotem Ring (Getriebe 1:5), Schnelläufer