Eines der bekanntesten Ammenmärchen rund um die Zähne, das auch von vielen Frauen aus eigener Erfahrung bestätigt wird. Begründet wird das oft damit, dass der Kalziumbedarf des Kindes aus der Zahnsubstanz gedeckt würde.

Medizinisch gesehen ist das natürlich falsch. Wenn der Körper Kalzium braucht, wird dieses vor allem aus den Knochen mobilisiert. Das ist ein ganz normaler Vorgang, der ständig im Körper stattfindet, auch ohne Schwangerschaft. Das Kalzium in den Zähnen ist viel zu stabil in der Substanz eingebunden. Der Körper hat keine effektive Möglichkeit, dieses Kalzium zu lösen.

Woher kommt dann das Märchen?

Wie so oft steckt auch in diesem Spruch ein Körnchen Wahrheit. Viele Frauen gehen während der Schwangerschaft nicht zum Zahnarzt. Nach der Geburt muss sich das Leben mit dem Nachwuchs erst einmal einpendeln, so dass auch in dieser Zeit der Zahnarztbesuch aufgeschoben wird.
Dadurch liegen oft mehrere Jahre zwischen den Zahnarztbesuchen. So kann aus einer kleinen Karies im Laufe der Schwangerschaft und der Zeit danach leicht ein stark zerstörter Zahn werden.

Wie kann das vermieden werden?

Am besten ist es natürlich, wenn zu Beginn der Schwangerschaft bereits alle kariösen Stellen beseitigt wurden. Dann treten bei regelmäßiger Prophylaxe in der Regel keine Probleme auf.
Ganz besonders bei schon bestehenden Zahnproblemen ist es sinnvoll, auch in der Schwangerschaft den Zahnarzt aufzusuchen. Viele Behandlungen können in der Schwangerschaft problemlos ausgeführt werden. Insbesondere Betäubungen sind ohne Gefahr für das Kind möglich.
Wichtig ist natürlich, dass Sie uns über eine bestehende Schwangerschaft informieren!